GTA „Kraut und Rüben“ im Jahr 2011

Schaut was Gott in unserem Garten wachsen lässt!

Wir wollen das Schulgartenjahr 2011 noch einmal vorüber ziehen lassen: Gemeinsam war es unsere Aufgabe, die vielen fleißigen kleinen Helfer anzuleiten und ihre Energien in die richtigen Bahnen – d.h. in die richtigen Beete – zu lenken. Immer mittwochs nachmittags war dann zusätzlich zum Schulgartenunterricht „Kraut- und Rübenzeit“, in der unsere fleißige Gummistiefelbrigade im Garten werkelte.

Der Schulgarten und das Gelände erwachten bereits im März aus dem Winterschlaf, die ersten Frühblüher und auch gleich die ersten Unkrautpflänzchen zeigten sich. Wir starteten mit dem Ausbringen von Kompost auf unseren Beeten. Da der Boden ja noch kalt war und die Frostgefahr noch nicht gebannt, wurden Salat, Sonnenblumen und Co. zunächst in kleine Kisten gesät. Gespannt verfolgten besonders die Erstklässler das Keimen und Wachsen. Dann ging es ans Pikieren – da muss man ganz vorsichtig sein, dass die Pflanzenbabys nicht verletzt werden! Im Schulgarten wurden nach und nach die Beete bestellt, und wir staunten, welche Vielfalt an Pflänzchen die Komposterde hervorbrachte! Da hieß es fleißig jäten, jäten, jäten… Im Laufe des Frühjahrs fanden eine Menge Pflanzen Platz im Schulgarten, die uns reiche Blüte und Ernte versprechen sollten: Kresse, Salat, Radieschen, Kohlrabi, Kürbis, Rote Rüben, Zuckerschoten, Kartoffeln, Bohnen, Kapuzinerkresse, Spinat, Blumen aller Art - besonders Dahlien, Zinnien und „Studenten“, Kräuter, Erdbeeren, Zwiebeln, Zucchini, Möhren, Tomaten, Kohl… Erstaunlich, wie viel in einem Garten wachsen kann! Natürlich konnte immer ordentlich probiert und verkostet werden und wir konnten über die Direktvermarktung unserer Produkte an die Eltern auch die eine oder andere Garteninvestition tätigen. An den Mann bzw. die Frau brachten wir in diesem Jahr neben viel Gemüse, Kräutern und Blumen auch Holundersirup, Apfel- und Quittengelee sowie unsere eigene „Kraut-und Rüben-Spezialtee“-Mischung.

Ein paar gärtnerische Highlights wollen wir nicht vorenthalten: Da war die einzelne rote Tulpe, die stolz mitten im Erdbeerbeet erblühte; Radieschen, die im Beet mit Kresse als Nachbarn besonders scharf schmeckten; Feuerbohnen, die aus fingernagelgroßen lilagesprenkelten Samenkörnern bis zu einer Höhe von fast drei Metern emporrankten und deshalb mit der Leiter geerntet werden mussten; leuchtend rote Erdbeeren, die immer sofort und auf der Stelle entdeckt und vernascht wurden; der Riesen-Parasolpilz neben dem Tomatenzelt; das vergessene einzelne Radieschen, das wuchs und wuchs und blühte und Schotensamen hervorbrachte; und die Blumenzwiebeln der Herbstkrokusse, die uns tatsächlich in diesem Herbst mit leuchtend lila Blüten erfreuten und für Staunen bei allen „Unbeteiligten“ sorgten.

Natürlich beschäftigten wir uns nicht nur mit den Pflanzen, sondern auch mit den tierischen Bewohnern in unserem Garten: Regenwurm und Co, Larven, Raupen, Engerlinge, Bienen und Hummeln, bunte Schmetterlinge und viele weitere kleine Krabbler wurden intensiv erforscht und bei ihrer Arbeit beobachtet. Da waren sogar Exoten wie der große Nashornkäfer dabei!

Neben der Beetbearbeitung und Weitergabe aller Geheimnisse des Säen, Wachsen und Ernten blieb natürlich noch Zeit zum Beobachten, Staunen und Entdecken der Natur. Und wir entdecken auch, was in unseren Kindern steckt: Manch einer, der sich im Unterricht vielleicht etwas schwer tut, „blüht im Schulgarten auf“, Kinder, die nicht gern stillsitzen, powern und verausgaben sich beim Umgraben der Beete, „harte Kerle“ sind ganz besonders behutsam beim Vereinzeln zweiblättriger kleiner Mini-Salate. Es gibt fleißige Bienchen, die geduldig dem Unkraut zu Leibe rücken, Forscher, die die Anzahl der Regenwürmer pro m² ermitteln oder den Kompost GANZ genau unter die Lupe nehmen und die „Blumenkinder“, die über jede einzelne Blüte im Schulgarten staunen…

Ein Schulgarten macht eine Menge Arbeit, und die Kinder sehen hier, wie viel Zeit und Mühe es kostet, bis das gewachsen ist, was wir täglich auf dem Teller liegen haben. Wir danken allen Kleinen und Großen, die uns unterstützt haben und mit Freude und Eifer im Einsatz waren.

Nico Eppert, Lehrer und Kursleiter
Jana Ahnert