GTA „Konfliktlotsen“ im Schuljahr 2011/12

Mit Beginn des Schuljahres haben die Konfliktlotsen ihre Ausbildung aufgenommen. Kinder der 2. bis 4. Klasse lernen, in kleineren Konflikten zwischen Mitschülern zu vermitteln und entstandenen Streit in extra anberaumten Gesprächen zu schlichten.

Die Ausbildung umfasst drei große Bereiche. Neben dem Ablauf des Konfliktlösungsgesprächs, das in Etappen erarbeitet und in Rollenspielen geübt und reflektiert wird, erwerben die angehenden Streitschlichter Hintergrundwissen über Entstehung und Vermeidung von Auseinandersetzungen und lernen spielerisch eigene Kompetenzen und Grenzen kennen. Weitere Spiele dienen der Wahrnehmungsschärfung des Gegenübers, der Entschlüsselung von Gestik und Mimik und der Vergrößerung des vorhandenen Sprachschatzes im Bereich der Aktion und Emotion sowie dem Einüben bestimmter Gesprächsführungstechniken wie Spiegeln oder Zusammenfassen - letzteres mit dem allseits beliebten Fri(e)d-olin, dem „Faulogei“, der nur Wichtiges wiederholt.

Darüber hinaus darf sich natürlich auch das Team der Lotsen in gezielten Spielen und Übungen immer wieder neu finden und zusammenschweißen, eine nicht ganz einfache Übung bei vielen Individualisten aus drei Klassen und dadurch auch Jahrgängen.

Martina Seng, Lehrerin und Kursleiterin

Teamfindung

Teamfindung unter erschwerten Bedingungen: Den höchsten Turm mit allen vorhandenen Materialien bauen – einzig und allein mit der schwachen Hand und nur durch den indirekten Blick in den Spiegel. Hier sind gute Absprachen gefragt!

„Ohnmacht“, eine Gruppe fällt auf Zuruf. Ziel der anderen: alle rechtzeitig aufzufangen. Ein Reaktions-, Wahrnehmungs- und Gruppenstärkungsspiel. Keines wird von den Lotsen lieber gespielt.

Theorie / Hintergrundwissen

Standbilder aus dem Fotoalbum/ Situation und Emotion nachstellen:

deine Mannschaft hat beim Sport gewonnen…

Mama sucht seit zwei Stunden Klamotten für dich aus und du musst alle anprobieren…

Ärgermitteilung: Die Ärgermitteilung klärt kleine Konflikte, also Interessenüberschneidungen, die noch nicht zum Streit geworden sind, in drei Stufen: Sage dem anderen, was er gemacht hat. Sage ihm, warum dich das gestört oder verletzt hat. Sage ihm, was du dir von ihm nächstes Mal wünschst.

Ärgermitteilung mit der Methode Kugellager: Innenkreis und Außenkreis ermöglichen ständig wechselnde Übungspartner. Schnelles Neu-Einstellen ist gefragt.

Taining

Übung der typischen Schlichtungssituation: zwei Lotsen, zwei fingierte Streitbeteiligte

Übung der typischen Schlichtungssituation: zwei Lotsen, zwei fingierte Streitbeteiligte

wer Protokoll führt ist außerhalb des „Aquariums“, darf nicht unterbrechen aber gibt hinterher wertvolles Feedback: Lob und Tipps für die Konfliktlotsen und deren nächste Trainingsrunde

Noch darf souffliert werden: Was kommt als nächstes…? Wie kann ich’s sagen…?

Die Regeln werden genannt und erklärt und wenn nötig während des Gesprächs mit Nachdruck eingefordert. Zum Üben dürfen die Karten des Gesprächsablaufs noch zur Unterstützung auf dem Tisch liegen.

Die Cut-Karte ermöglicht eine Unterbrechung des Rollenspiels durch alle Beteiligte und einen Austausch auf der Meta-Ebene - sprechen über das Gesprochene: Was kommt jetzt…? Was machen wir, wenn…? Darf man…? und ermöglicht dadurch unmittelbare Klärung von Fragen und Unsicherheiten

In fiktiven Streitgesprächen benötigen die Streitenden bisweilen Murmelphasen zur Absprache des erdachten Konflikts. In der Echt-Situation entstehen solche Pausen dann nicht mehr.

Wir sind neutral: Klare Zuweisung der Redeanteile. Jeder der Beteiligten darf vom Streit berichten.